Martin Gehrigk
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Dich fesselt mein Gedankenbann

Dich fesselt mein Gedankenbann,
und was ich dachte, was ich sann,
das musst du denken, musst du sinnen, -
du kannst nicht meinem Geist entrinnen.

Stets weht dich an sein wilder Hauch,
und wo du bist, da ist er auch;
du bist sogar im Bett nicht sicher
vor seinem Kusse und Gekicher!

Mein Leib liegt tot im Grab, jedoch
mein Geist, der ist lebendig noch,
er wohnt gleich einem Hauskobolde
in deinem Herzchen, meine Holde!

Vergönn das traute Nestchen ihm,
du wirst nicht los das Ungetüm,
und flöhest du bis China, Japan -
du wirst nicht los den armen Schnapphahn!

Denn überall, wohin du reist,
sitzt ja im Herzen dir mein Geist,
und denken musst du, was ich sann -
dich fesselt mein Gedankenbann!

"Aus der Matratzengruft", "An die Mouche", 1856

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