Liebe macht uns liebend gern verrückt
William Shakespeare
Der folgende Text ist - ebenso wie die Songs "Rosaline" und "Gut Nacht" - aus dem Musical "Romeo und Julia", das Martin Gehrigk komponiert hat.
Die Songs sind Vertonungen von Teilen des Originaltextes von Shakespeare, gemischt mit Abschnitten aus der Übersetzung von Frank Günther.
(... die sehr zu empfehlen ist, weil sie sprachlich auch all die obszönen und anrüchigen Stellen umsetzt, die der Original-Text eben auch hat...)
Die Handlung an dieser Stelle: Romeos Freund, Benvolio, macht sich lustig darüber, was die Liebe mit seinem Freund macht.
Alas, that love, so gentle in his view,
should be so tyrannous and rough in proof.
O brawling love, o loving hate!
Alas, that love, whose view is muffled still,
should without eyes see pathways to his will.
O anything of nothing first create!
O schwerer Leichtsinn, ernste Spielerei,
eiskaltes Feuer, federleichtes Blei,
totkrankes Wohlsein, immerwacher Schlaf!
Stumpfes Messer Liebe schneidet scharf!
Tja: Liebe macht uns liebend gern verrückt!
These violent delights have violent ends,
and in their triumph die, like fire and
powder, which as they kiss consume.
Drum, dass die Liebe währt, lieb nicht zuviel.
Zu langsam wie zu schnell sind nie am Ziel.
Liebe ist Rauch, gemacht aus Seufzerschwaden.
Geschürt: ein Feuer, drin Verliebte baden.
Erstickt: ein Meer, gespeist aus Tränenkaskaden.
Was ist sie sonst? Nur kühlste Raserei,
zuckrige Galle, schale Näscherei!
Tja: Liebe macht uns liebend gern verrückt!
Here comes the lady,
o so light a foot will never wear out
the everlasting flint.
A lover may bestride the gossamers,
that idles in the wanton summer air
and yet not fall; o so light is vanity.
Tja: Liebe macht uns liebend gern verrückt!
"The most excellent and lamentable tragedy of Romeo and Juliet". 1593-1596
Übersetzung von Frank Günther. 1995