Der Tod
Rainer Maria Rilke
Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
(Rilkes Gedicht wird in der Vertonung von Martin Gehrigk kombiniert
mit einem Text von Nikolaus Manuel aus der Zeit um 1520:
Tochter, jetzt ist da die Stund`.
Erbleichen wird dein roter Mund.
Dein Leib, dein Haar, Gesicht und Brüst`
muss alles werden fauler Mist.
Oh Tod, wie kalt fasst du mich an!
Mein Herz zergeht in deinem Bann.
Der Mann, dem ich versprochen war,
ist erst im Tod mir wieder nah.)
"Das Buch der Bilder". 1906